10 Gründe für Radiomultikulti

1. radiomultikulti ist ein einmaliges Radioprogramm.
Radiomultikulti bildet täglich die Vielfalt des multikulturellen Lebens in Berlin und Brandenburg ab: die politische Diskussion um Moscheebauten ebenso wie das polnisch-deutsche Kunstprojekt in Frankfurt/Oder und Slubice oder die schickste Sushi-Bar von Schöneberg.
Radiomultikulti ist weder Ausländerradio noch Integrationskuschelfunk:
radiomultikulti zeigt den Alltag der Einwanderermetropole Berlin, wie er ist: mal schön, mal hässlich, mit großartigen Kulturleistungen genauso wie mit erbittertem Streit. Radiomultikulti fördert gegenseitiges Verständnis und Respekt, indem es die Standpunkte aller Menschen in Berlin und Brandenburg zur Sprache bringt.


2. radiomultikulti erfüllt eine einmalige Aufgabe in der Berlin-Brandenburgischen Medienlandschaft.

Integration ist Auftrag aller Medien und insbesondere der öffentlich-rechtlichen. Seit 14 Jahren übernimmt radiomultikulti die Vorreiterrolle in Sachen Integration. Mit seinen Mitarbeitern und seinem Programm in 18 Sprachen trägt radiomultikulti entscheidend dazu bei, dass in Berlin und Brandenburg nicht nur über, sondern mit türkischstämmigen Jugendlichen und afrikanischen Flüchtlingen, mit arabischen Mädchen und vietnamesischen Händlern gesprochen wird. Deren Themen und Probleme, Wünsche und Erfolge finden in anderen Medien wenig Platz. Radiomultikulti springt über diesen journalistischen Tellerrand – 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche..

3. radiomultikulti ist eine einmalige Kompetenzquelle für den Rundfunk Berlin-Brandenburg.
Radiomultikulti ist kein Nischenprogramm, sondern trägt Impulse und Themen auch in die anderen rbb-Programme. Die Kompetenz der Mitarbeiter wird regelmäßig abgefragt, durch Beiträge und Reportagen, die von den anderen Radiowellen übernommen werden. Aber auch durch Informationen aus den Migranten-Communities, Themenanstöße oder Interviews, in denen radiomultikulti-Mitarbeiter als journalistische Experten den Kollegen Rede und Antwort stehen. Integration ist inzwischen Querschnittsthema im rbb. Das Aus von radiomultikulti würde keine Stärkung dieses Querschnittsthemas Integration bedeuten, sondern im Gegenteil seine Schwächung.

4. radiomultikulti spielt einmalig gute Musik.
Radiomultikulti macht seit 14 Jahren in Deutschland eine Musik populär, die vorher allenfalls in den Plattenschränken weniger Musikliebhaber zu finden war: world wide music – die beste Popmusik aus der ganzen Welt Die Musik bei Radiomultikulti verbindet Spaß und Unterhaltung mit kulturellem Anspruch. Weltweit und gleichzeitg lokal: Radiomultikulti ist Entdecker, Partner und Förderer von unzähligen Musikern, Labels und Veranstaltern aus Berlin und Brandenburg, die jenseits kultureller Grenzziehungen leben und arbeiten. Mit radiomultikulti verliert eine wirtschaftlich und kulturell lebendige Szene Ihr Zentrum in Berlin. Für den einmaligen Mix aus regionaler und globaler „Welt“-Musik gibt es keinen Ersatz.


5. radiomultikulti hat ein einmaliges Team in der deutschen Medienlandschaft.

Hier arbeiten Kollegen und Kolleginnen aus über 30 verschiedenen Ländern gemeinsam: von Korea bis Kroatien, von Brasilien bis Belgien, von Sri Lanka bis Südamerika. Nicht nur in den muttersprachlichen Sendungen, sondern mit der allergrößten Selbstverständlichkeit auch im deutschsprachigen Programm. radiomultikulti praktiziert seit 14 Jahren, was moderne Unternehmen unter dem Stichwort Diversity als unternehmerische Strategie erst jetzt ganz neu für sich entdecken.
Bei radiomultikulti werden auch junge Journalistinnen und Journalisten mit Migrationshintergrund gefördert und ausgebildet, unter anderem in dem Förder-Projekt „world wide voices“. Dieses Potential aufzugeben ist ein medien- und gesellschaftspolitischer Rückschritt.

6. radiomultikulti ist einmalig günstig.
Die geplante Einstellung des Senders bringt finanziell nicht viel. Der rbb hat einen Gesamtetat von jährlich 343 Mio Euro. In der Gebührenperiode von 2009 bis 2012 wird der rbb eine Summe von fast 1,5 Milliarden Euro ausgeben. Radiomultikulti hat einen jährlichen Programmetat von 2,3 Millionen Euro. Das Ende von Radiomultikulti spart nach Angaben der Geschäftsleitung jährlich 3-4 Mio, also etwa 1 % des gesamten RBB-Etats. Theoretisch – und auch nur auf Kosten der sozial schwächsten Mitarbeiter im Funkhaus. Denn die Sparsumme von 3 bis 4 Millionen Euro wird nur erreicht, wenn die festangestellten Mitarbeiter von Radiomultikulti künftig in anderen Wellen Freie Mitarbeiter verdrängen und somit auch deren Honorare eingespart werden.

7. radiomultikulti hat eine einmalige Hörerschaft.
Die offiziellen Reichweiten-Messungen der Media Analyse haben ergeben: Radiomultikulti hat etwa 37.000 Hörer täglich. Auch die Geschäftsleitung des rbb weiß: Diese Zahl ist nicht aussagekräftig, denn bei den so genannten MA-Zahlen werden nur deutschsprachige Haushalte berücksichtigt. Menschen, die die fremdsprachigen Sendungen als Hauptinformationsquelle nutzen, kommen in der Statistik nicht vor. Stets gewachsen sind dagegen – trotz eines äußerst geringen Werbebudgets für den Überlebenskampf im hart umkämpften Berlin-Brandenburger Radiomarkt – der weiteste Hörerkreis und der allgemeine Bekanntheitsgrad. Mehr als eine Viertelmillion Menschen schaltet radiomultikulti regelmäßig ein, als willkommene Abwechslung und als inhaltliche Ergänzung zu den anderen Programmen.

8. radiomultikulti sendet für und aus einer einmaligen Metropolenregion in Deutschland.
Funkhaus Europa kann kein Ersatz für radiomultikulti sein. In der Hauptstadt Berlin leben Menschen aus 180 Nationen auf engstem Raum. Sie leben hier, in Berlin und Brandenburg. Soll auf der Frequenz 96,3 demnächst das Thema Integration am Beispiel von Bottrop und Bielefeld diskutiert werden, während in Charlottenburg die Luft brennt? Nicht ohne Grund ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland regional organisiert, Ländersache. Auch Einwanderer haben Anspruch auf kompetente Information aus ihrer unmittelbaren Umgebung.

9. radiomultikulti hat eine einmalige Ausstrahlung.
Welcher Berlin-Brandenburger Radiosender bekommt schon Fanpost aus Neuseeland, aus Finnland und von einem Vietnamesen aus Sachsen – und das alles am gleichen Tag? Die Vielfalt und der fröhliche, dabei gleichzeitig respektvolle Umgangston von radiomultikulti strahlt weit über Berlin-Brandenburg hinaus. Radiomultikulti ist integrativer Bestandteil einer weltoffenen, zukunftsorientierten Berliner Medien- und Kulturszene und trägt aktiv zur Verbreitung eines positiven Images der deutschen Hauptstadtregion bei.

10. radiomultikulti ist mehr als ein Radioprogramm.
Radiomultikulti ist der wahrnehmbare, täglich verfügbare Ausdruck einer Lebenshaltung: weltoffen, tolerant, neugierig und geprägt vom gegenseitigen Respekt.
Natürlich nehmen auch andere Radiosender diese Attribute für sich in Anspruch. Aber wir sind überzeugt: Solange die Bundesregierung Integrationsförderprogramme in Auftrag gibt, solange Politiker händeringend für ein „Tolerantes Brandenburg“ werben, solange Berliner Lehrer sich tagtäglich mit Ausländer- und Deutschenhass herumschlagen … – kurzum solange Respekt und Toleranz nicht wirklich Alltag in Berlin und Brandenburg sind – solange muss es radiomultikulti geben. Täglich. Öffentlich-rechtlich und aus Berlin.